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Nachruf auf Dieter Hopf (verstorben am 13. Januar 2026)

Seit genau 40 Jahren, seit 1986, spiele ich Gitarren von Dieter Hopf.
Meine erste war – wie könnte es anders sein – eine La Portentosa.

Es war Liebe auf den ersten Blick.
Oder genauer: auf den ersten Anschlag.
Eigentlich noch davor.

Als ich damals den Gitarrenkoffer öffnete, hatte das Instrument bereits Klang.
Ein kaum spürbarer Luftzug genügte, um die Saiten in Bewegung zu setzen.
Die Gitarre antwortete, noch bevor man sie berührte.


Das war kein Zufall – das war Handschrift, Erfahrung, inneres Wissen.

Dieter Hopf war ein Meister im eigentlichen Sinn des Wortes.
Nicht nur ein Gitarrenbauer, sondern jemand, der dem Holz zuhörte,
der Spannung, Resonanz und Atem verstand.


Seine Instrumente wollten nicht bezwungen werden – sie wollten geführt werden.

Über vier Jahrzehnte hinweg waren seine Gitarren meine Begleiter:
auf der Bühne, im Probenraum, im Stillen. Und sie sind es nicht nur gewesen

– sie werden mich, so hoffe ich, ein Leben lang begleiten.

Viele Entwicklungen im deutschen Gitarrenbau wären ohne ihn kaum denkbar,
und zahlreiche Gitarrenbauer der jüngeren Generation stehen – bewusst oder unbewusst

– in seiner Linie.

 

Die Nachricht von seinem Tod am 13. Januar 2026 hat mich tief erschüttert.

Auch wenn man weiß, dass nichts ewig ist, rechnet man nie mit dem Moment,

in dem ein solcher Mensch geht.

Dieter Hopf bleibt gegenwärtig.
In jedem Ton, der aus seinen Instrumenten spricht.
In jeder Saite, die schwingt, noch bevor man sie anschlägt.
Und in der Haltung, mit der man einem Instrument begegnet:
mit Respekt, Geduld und Wahrhaftigkeit.

Der Meister ist gegangen.
Sein Klang bleibt.

16. Januar 2026
Roberto Legnani

Dieter Hopf

© 2026 by ELEG Caravan Studios - Webmaster: David Stern di Oldrendi - Texte: Lea Stern, David Stern di Oldrendi, Sári Tamás,  Roberto Legnani & Ulla Cunningham

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